Ich habe erst im Nachhinein verstanden, welch ein Glück ich hatte, eine gesunde und ausgewogene Ernährung schon vor meiner Geburt bekommen zu haben.

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade „Gesunde Ernährung im Alltag, was bei mir funktioniert und was nicht“ von Ilka Brunck.

Gesunde Ernährung im Alltag: zurück zur Küche meiner Kindheit

Ich komme aus Vietnam, und bei uns gehört das Essen zum Lebensstil und zur Kultur, die man von klein auf ganz natürlich mitbekommt. Ich habe das Glück, in eine Familie hineingeboren worden zu sein, die seit Generationen diese Tradition lebt und fortführt.

Die traditionelle Küche in Vietnam besteht aus viel Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten, einem sehr kleinen Anteil Fleisch und so gut wie keinen Milchprodukten oder Weizen.

Vor allem wird jedes Gericht von fermentierten Lebensmitteln begleitet.

Wir nehmen uns Zeit und Ruhe für eine Mahlzeit. Wir setzen Tees und Fermentationen ein, um eine Mahlzeit zu verdauen. Und wir essen nach Intuition, so wie der Körper es gerade braucht.

Beim langsamen Kauen hat der Speichel genügend Zeit, um Informationen zum Gehirn und zum Magen zu senden. So können wir bestimmen, wie viel von was der eigene Körper an diesem bestimmten Tag braucht. Wir wissen, dass jeder Mensch individuell ist und sich ständig ändert und entwickelt.

Wir lernen unseren Körper seit der Kindheit gut kennen und wissen, das Essen für die eigene Gesundheit einzusetzen.

Was bei mir überhaupt nicht funktioniert hat

Seit den 90er-Jahren kamen viele Ernährungstrends auf, und so neugierig, wie ich war, habe ich viele davon ausprobiert. Keto, Trennkost, vegan, High-Protein, um nur einige zu nennen.

Nach wenigen Wochen, in vielen Fällen nach wenigen Tagen, merkte ich jedes Mal, dass mein Körper völlig aus dem Gleichgewicht kam. Anfangs dachte ich, er bräuchte einfach Zeit zur Gewöhnung. Dann wurde ich von den Vertretern des jeweiligen Ernährungsstils beraten, dass ich zusätzlich diese und jene Kapseln oder andere Pulver und Präparate einnehmen müsste, damit ich den Ausgleich erziele.

Da kamen bei mir zwei Fragen auf.

Erstens: Warum kann ich alle Speisen der Welt vertragen, auch wenn ich sie zum ersten Mal esse, besonders wenn sie traditionell zubereitet wurden? Und warum vertrage ich plötzlich Sachen nicht mehr, die ich früher ganz normal und ausgewogen gegessen habe?

Zweitens: Wir kommen aus der Natur. Warum sollen wir uns auf einmal synthetisch bereichern? Die Natur bietet alles, was wir brauchen. Mit Synthetik ist die Verbindung zum eigenen Körper gekappt, weil alles einheitlich dosiert wird, sei es in Kapseln oder in Messlöffeln.

Nach mehr als einem Jahrzehnt habe ich die Herumprobiererei deshalb ganz weggelassen und mich bewusst für die ausgewogene traditionelle Ernährung entschieden, die ich aus meiner Kindheit kenne.

Was am meisten verändert hat

In der traditionellen Ernährung essen wir so viele fermentierte Lebensmittel, dass wir mit Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und ätherischen Ölen gut eingedeckt sind.

Bei mir ist dadurch der ganze Heißhunger auf Süßes und Fettiges komplett verschwunden.

Das ist der Punkt, an dem sich mein Alltag wirklich verändert hat. Ich habe auf nichts verzichtet und es hat mir auch nichts gefehlt!

Warum unsere Fermentation anders ist

Anders als die europäische Version mit Hefe oder mit Milchsäure haben wir eine innerzelluläre, enzymatische Fermentation, die drei bis vier Monate dauert. Das ist ein komplexes fünfstufiges Verfahren, das in einigen Fällen bis zu drei Jahre dauern kann.

Hier kommt uns die Globalisierung einmal zugute: Wir haben die Möglichkeit, mit indigenen Völkern in Vietnam zusammenzuarbeiten und die Produkte marktfähig zu machen. Das erleichtert das Leben und passt gut in unsere moderne Zeit, in der die Zeit ein knappes Gut ist.

Seit wir die fermentierten Produkte im Sortiment haben, sind sie aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken. Ich verwende sie sogar als Snack für zwischendurch und ich lege sie jedem ans Herz, der sein Bewusstsein für die eigene Gesundheit erweitern möchte.

Was „gesunde Ernährung“ für mich persönlich bedeutet

Es sind nicht mehr als diese 3 Dinge:

#1 Zeit und echte Lebensmittel. 

Ich möchte mir wieder Zeit nehmen für eine Mahlzeit. Ich wähle, so weit es geht, natürliche Produkte aus, die gar nicht oder schonend verarbeitet wurden. Ich koche gerne zuhause und esse mindestens dreimal am Tag fermentierte Lebensmittel.

#2 Bewegung, die im Alltag steckt. 

Waldarbeit, Gartenarbeit, viele Wege zu Fuß. Das ist gesunde natürliche Bewegung, die schon in meinem Tag drin ist. Vom Fitnessstudio halte ich nicht viel.

#3 Auf den eigenen Körper hören.

Ich höre darauf, was mein Körper wirklich braucht. So bin ich mein eigener Arzt.

Mit diesen drei Ansätzen habe ich sehr gute Chancen, mich vital und fit zu halten, so wie Generationen vor mir es vorgelebt haben.

Ohne Brille, ohne dritte Zähne, ohne Hörgeräte, ohne Wehwehchen im Alter.

So, wie es unser Motto von Live Forever Young sagt: „Lebe für immer jung!“

Author

Ngoc Ha

Mein Name ist Ngoc Ha und ich bin leidenschaftliche Verfechterin der Vitalität und des Wohlbefindens durch die Kraft der Natur. Aufgewachsen in Vietnam, habe ich die traditionsreiche Kunst der Fermentation von klein auf kennengelernt. Diese jahrhundertealte Praxis hat nicht nur meine Familie, sondern auch meine gesamte Gemeinschaft geprägt. Gemeinsam mit Wolfgang bringe ich dieses wertvolle Wissen zu dir nach Hause.